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6 Tipps für mehr Wohlbefinden in Pflegeeinrichtungen in der dunklen Jahreszeit

12. Oktober 2026


Am Nachmittag ist es schon dunkel, der Regen klopft ans Fenster und der Spaziergang fällt heute kürzer aus. An solchen Tagen ist es schön, einen Platz zu haben, an dem man gerne sitzt. Mit genug Licht zum Lesen, einem bequemen Sessel und vielleicht jemandem, mit dem man eine Tasse Kaffee oder Tee trinken kann.

Auch in Pflegeeinrichtungen können Räume dazu beitragen, die dunkle Jahreszeit angenehmer zu gestalten. Licht, warme Farben und Materialien sowie gemütliche Sitz- und Rückzugsbereiche sind dafür gute Ansatzpunkte. Sie bilden auch die drei Impulse unseres Social-Media-Beitrags: Licht, Wärme und Geborgenheit. Hier greifen wir sie noch mal ausführlicher auf und ergänzen drei weitere Tipps zu weiteren wichtigen Faktoren wie Orientierung, Gemeinschaft und Bewegung.

1. Licht: den Liebingsplatz auch am Nachmittag guzt nutzen können

Ein heller Sitzplatz am Fenster lädt dazu ein, in der Zeitung zu blättern oder nach draußen zu schauen. Gerade im Herbst und Winter lohnt es sich, diese Plätze gut zugänglich zu machen. Manchmal steht ein Möbelstück im Weg, manchmal nimmt eine große Dekoration unnötig Tageslicht weg.

Wenn es dämmert, sollte der Platz weiterhin angenehm nutzbar sein. Dafür reicht die Deckenbeleuchtung nicht immer aus. Eine zusätzliche Leuchte kann beim Lesen helfen oder eine Sitzgruppe freundlicher wirken lassen. Wichtig ist, dass das Licht ausreichend hell ist und nicht blendet. Auch das Gesundheitsportal gesund.bund.de empfiehlt für Menschen mit Demenz eine ausreichend helle, blendfreie Beleuchtung. (Quelle: gesund.bund.de)

  • Vorhandene Sitzplätze am Fenster freiräumen und so anordnen, dass die Bewohner sie auch mit einem Rollator oder Rollstuhl gut erreichen können.
  • Dunkle Lese- und Aufenthaltsbereiche gezielt mit einer geeigneten Leuchte ergänzen. Kabel sicher führen und Laufwege frei halten.
  • Am späten Nachmittag selbst auf den Sitzplätzen Platz nehmen: Ist die Zeitung gut lesbar? Blendet eine Leuchte? Spiegelt sich Licht auf der Tischplatte?

2. Wärme: mit Farben und Materialien eine wohnliche Atmosphäre schaffen

Wärme entsteht im Raum auch durch das, was wir sehen und berühren. Holzoberflächen, warme Farbtöne und passende Polster können einen Aufenthaltsbereich wohnlicher wirken lassen. Das ist besonders willkommen, wenn draußen vor allem die Farbe “Grau” den Tag bestimmt.

Nicht jeder Raum braucht dafür eine neue Einrichtung. Oft genügt es, einzelne Elemente aufeinander abzustimmen. Ein Polsterbezug, ein Bild oder geeignete Vorhänge können die vorhandene Gestaltung ergänzen. Beige, Ocker oder ein zurückhaltendes Terrakotta bieten beispielsweise Möglichkeiten für warme Akzente. Welche Farben passen, hängt aber auch vom Raum und den Vorlieben der Bewohner ab.

Unsere Tipps:

  • In einem häufig genutzten Aufenthaltsbereich prüfen, wo glatte, kühl wirkende Flächen durch geeignete Stoffe, Vorhänge oder Polster ergänzt werden können.
  • Zwei oder drei Farb- und Stoffmuster im Raum anschauen und die Bewohner nach ihren Vorlieben fragen. Tageslicht und künstliche Beleuchtung dabei berücksichtigen.
  • Neue Materialien vor der Auswahl mit den zuständigen Verantwortlichen abstimmen, damit die Reinigung, Hygiene und Brandschutz mitberücksichtigt werden.

3. Geborgenheit: gemütliche Plätze für Gesellschaft und Rückzug anbieten

Manche Bewohner sitzen gerne mitten im Geschehen. Andere möchten lesen, sich ausruhen oder mit ihrem Besuch in Ruhe sprechen können. Wenn im Herbst und Winter mehr Alltag drinnen stattfindet, brauchen diese unterschiedlichen Wünsche ihren Platz.

Eine kleine Sitzgruppe kann zum Austausch einladen. Ein ruhiger Leseplatz etwas abseits bietet eine Alternative. Entscheidend ist, dass die Plätze bequem, gut erreichbar und für die Bewohner auch nutzbar sind. Ein Sessel wirkt vielleicht gemütlich, passt aber nicht zu jedem Menschen, etwa wenn das Aufstehen daraus schwerfällt.

Unsere Tipps:

  • Zwei bis vier geeignete Sitzmöbel zu einer kleinen Gesprächsrunde anordnen, sodass sich die Bewohner ansehen und gut verstehen können.
  • Einen ruhigeren Platz außerhalb des laufenden Fernsehers oder eines Durchgangs schaffen, mit passendem Licht und einer erreichbaren Ablage für ein Buch oder ein Getränk.
  • Bewohner ausprobieren lassen, welche Sitzplätze ihnen gefallen und welche Möbel ihren Bedürfnissen entsprechen. Dabei ausreichend Platz für Hilfsmittel.

4. Orientierung: Wege und wichtige Bereiche erkennbar halten

Wenn das Tageslicht früh nachlässt, fällt eher auf, wo Türen, Handläufe oder Hinweise schlecht zu erkennen sind. Eine gemütliche Atmosphäre sollte deshalb immer mit einer klaren Gestaltung verbunden werden. Kontraste und verständliche Kennzeichnungen können das Zurechtfinden unterstützen. Es lohnt sich daher, zuerst die vorhandenen Bereiche anzuschauen, bevor größere Veränderungen vorgenommen werden. Vertraute Merkmale können dabei erhalten bleiben.

Unsere Tipps:

5. Gemeinschaft: aus einem grauen Nachmittag eine gemeinsame Zeit machen

Ein Kaffee am Nachmittag, ein bekanntes Spiel oder eine Geschichte zum Vorlesen: Solche kleinen Anlässe können Menschen zusammenbringen. Dafür braucht es nicht jedes Mal ein großes Programm.

Ein gemütlicher Raum erleichtert Begegnungen. Ebenso wichtig ist aber, was dort stattfindet und wer daran teilnehmen möchte. Der eine erzählt gerne in einer Runde, der andere bevorzugt ein Gespräch zu zweit. Das Zentrum für Qualität in der Pflege betont dabei, dass soziale Einbindung das Gefühl von Zugehörigkeit unterstützen kann und sich die Bedürfnisse nach Kontakt unterscheiden. (Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege: Einsamkeit.)

Unsere Tipps:

  • Bewohner nach einem gewünschten Nachmittagsangebot fragen und zunächst eines davon ausprobieren, wie zum Beispiel eine kleine Kaffeerunde, gemeinsames Singen oder ein Gesellschaftsspiel.
  • Bücher, Spiele oder Fotoalben für geplante Angebote griffbereit halten, damit eine gemeinsame Beschäftigung unkompliziert beginnen kann.
  • Kleinere Runden und persönliche Gespräche ermöglichen. Die Teilnahme bleibt dabei natürlich freiwillig; wer Ruhe möchte, sollte eine passende Alternative haben.

6. Bewegung: auch bei schlechtem Wetter Möglichkeiten schaffen

Ein Spaziergang muss im Herbst und Winter nicht grundsätzlich ausfallen. Bei passenden Bedingungen kann eine kurze, begleitete Runde draußen weiterhin zum Tag gehören. Wenn es regnet oder die Wege glatt sind, braucht es eine andere Möglichkeit.

Im Haus kommen beispielsweise kurze Gehstrecken oder angepasste Bewegungsangebote im Sitzen infrage. Was geeignet ist, sollte mit dem zuständigen Fachpersonal abgestimmt werden und zu den Fähigkeiten der Bewohner passen.

Unsere Tipps:

  • Gemeinsam mit dem Team eine gut beleuchtete, freie Gehstrecke im Haus auswählen und geeignete Sitzgelegenheiten für Pausen vorsehen.
  • Einen vorhandenen Aufenthaltsbereich zeitweise für ein begleitetes Bewegungsangebot im Sitzen nutzen. Dafür ausreichend Platz zwischen den Stühlen schaffen.
  • Bei trockenem Wetter prüfen, ob eine kurze begleitete Runde draußen möglich ist. Wegzustand, passende Kleidung und die persönliche Verfassung dabei natürlich immer berücksichtigen.

Was passt zu Ihrer Einrichtung?

Vielleicht fehlt nur eine Leuchte am beliebten Leseplatz. Vielleicht wird eine Sitzecke kaum genutzt, weil sie direkt neben dem Fernseher ist. Solche Dinge fallen oft erst auf, wenn man die Räume zu unterschiedlichen Tageszeiten anschaut und mit den Bewohnern darüber spricht. Für den Anfang muss deshalb nicht alles gleichzeitig verändert werden. Wählen Sie einen Bereich aus, probieren Sie eine passende Anpassung aus und fragen Sie nach: Wird der Platz jetzt lieber genutzt? Was fehlt noch?

CARELINE unterstützt Pflegeeinrichtungen bei der Planung und Einrichtung von Bewohnerzimmern, Küchen, Wohn-, Aufenthalts- und Gemeinschaftsbereichen. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir Lösungen, die zu Ihren Räumen und den Anforderungen des Pflegealltags passen. Wie solche Räume aussehen können, zeigen unsere Referenzprojekte aus Pflegeeinrichtungen.

Sie möchten bestehende Bereiche neu gestalten oder eine Einrichtung planen? Sprechen Sie mit uns über Ihre Vorstellungen.

Häufige Fragen zur passenden Einrichtung in der dunklen Jahreszeit in Pflegeeinrichtungen

Wie lässt sich das Wohlbefinden auch im Herbst und Winter in Pflegeeinrichtungen unterstützen?

Gut nutzbare Tageslichtplätze, passende Beleuchtung, warme Farben und gemütliche Aufenthaltsbereiche sind hilfreiche Ansatzpunkte. Klar erkennbare Wege, gemeinsame Aktivitäten und eine individuell angepasste Bewegung ergänzen die Raumgestaltung.

Was macht einen Aufenthaltsraum in einer Pflegeeinrichtung gemütlich?

Aufeinander abgestimmte Farben und Materialien, bequeme und geeignete Sitzmöbel sowie Licht für die jeweilige Nutzung können einen Raum wohnlicher und wärmer machen. Kleine Gesprächsbereiche und ruhigere Plätze geben den Bewohnern die Wahl zwischen Gesellschaft und Rückzug.

Was lässt sich ohne großen Umbau verändern?

Mögliche erste Schritte sind frei zugängliche Fensterplätze, zusätzliche geeignete Lichtquellen oder eine andere Anordnung der Sitzmöbel. Auch einzelne Farb- und Materialakzente können helfen. Die Veränderungen sollten dabei natürlich immer zu den Bewohnern und den betrieblichen Anforderungen passen.